Wildes Essen

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Wir waren zum Essen eingeladen. Das Ganze war als eine Art Stationen-Reise angelegt. Man konnte im Uhrzeigersinn verschiedene Gänge probieren. Aal auf Karottenpüree zum Beispiel, Kabeljau, Jakobsmuschel, Wiener Nachtisch Spezialitäten. Herrlich. Aber statt uns an die vorgegebene Reihenfolge zu halten, sind wir unserer Nase gefolgt und zuerst beim Schweizer Käse gelandet. Nicht die Langeweilersorten, die jeder kennt.

jumis-kaeseauswahl

Kein Tilsiter oder Gruyère (gegen den natürlich nix zu sagen ist). Nein,

lauter kleine und große Torten, manche mit spektakulär dunkelgrünem Schimmel überzogen, andere in schwarzem Pfeffer gewälzt, einige zartbeige, hellgelb, orange – es waren soviel verschiedene, dass ich schnell den Überblick verloren habe. Vor allem weil die Namen nicht minder, äh, abwechslungsreich waren. Oder haben Sie schon mal einen Blaua Hirni gegessen, Belper Knolle oder Schafkopf? Das alles hört sich wild an, sieht auch so aus, schmeckt und riecht aber sehr lecker.*

Hach, was kann man für tolle Sachen zum Essen machen. Andere jedenfalls, man selber gibt sich so Mühe, mal engagiert, mal nebenbei, es bleibt aber doch irgendwie immer so durchschnittlich. Schon ganz lecker, aber nicht so …. hach. Verstehen Sie mich nicht falsch, der Gorgonzola Kürbis mit Ziegenkäse-Dattel-Füllung, den ich neulich gemacht habe, ist schon lecker geraten, durchaus.
Aber fangen wir von vorne an. Kaufen Sie einen hübschen bunten Kürbis. Ich zum Beispiel habe den Gorgonzola Kürbis hauptsächlich gekauft, weil ich gerade Hunger hatte und er mit seinem wilden Muster so einladend aussah. Ganz zart schmeckt das Fruchtfleisch nach Gorgonzola Käse, las ich. Deshalb dachte ich, es braucht ein bisschen herzhafte Süße als Gegenpol. Und habe eine Füllung aus jungem Ziegenkäse, Schmand, süßlichem Balsamico-Himbeer-Essig, ein bisschen Tomate und sehr süßen getrockneten Datteln gemacht.

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Die Zubereitung ist mega-einfach (soviel zur Mühe):
1. Den Deckel abschneiden.
2. Den Kürbis aushöhlen.
3. Den Kürbis eine Dreiviertelstunde im Backofen vorschmoren lassen.
4. Für die Füllung: Ein paar Scheiben Ziegenrolle mit Schmand und Essig verrühren, Datteln und Tomatenstücke hineinschneiden, salzen (viel) und pfeffern
5. Andere, wichtige Dinge tun (lesen, bügeln, telefonieren, suchen Sie sich was aus)
6. Nach einer Dreiviertelstunde, die Füllung in den Kürbis füllen.
7. Noch mal 20 Minuten weiter schmoren lassen.
8. Essen
9. Glücklich sein.

Für Sie getestet, das funktioniert. Es ist nicht so spektakulär wie diese wilden Käsesorten, aber lecker. Und das ist ja auch eigentlich alles, was ich zum Glücklichsein brauche.**

7-fertig

  • * Der Käse braucht wohl noch mal einen eigenen Post.
    ** Eventuell (wenn Sie so nimmersatt sind wie ich) sollten Sie eine Extra-Portion Füllung machen. Für meine Geschmack hat das Verhältnis von Kürbiswand und Platz für die Füllung ungünstige Auswirkungen für letztere.
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