Fast wie ein Wohnzimmer – die LBar

Manchmal brauche ich eine kleine Auszeit von meinem Büro. Eigentlich arbeite ich da ganz gerne, ich mag den Ausblick, die Stille (meistens) und den Nachschub an Kaffee und Pfefferminztee finde ich auch ganz okay. Trotzdem kommt der Moment, an dem mir nix mehr einfällt, ich anfange im Netz zu daddeln und Arbeit mehr spiele als tue. Paradoxerweise hilft dann ein Umzug unter Menschen. Sicher, es muss die richtige Umgebung sein, die richtigen Menschen, sonst hätte ich ja von Anfang an im Großraumbüro sitzen können.

So ein Ort ist die LBar des Gastwerks in Bahrenfeld. Sie haben alles,

was in schicken Indieliofts in, sagen wir New York, auch geboten wird. Unverputzte Backsteinwände und freies W-LAN, plus ein paar samtige Loungemöbel und sanft perlenden Jazz. Gelegentlich gehen andere Gäste unauffällig ihren Geschäften nach. Und zack, auf einmal flutscht es wieder. Die Konzentration ist zurück, die Ideen kommen wieder vorbei und ich kann aufs Neue beschwingt über die Tasten klimpern. Kurz: Das perfekte Café zum Arbeiten.

Ab und an kommt ein sehr zuvorkommender, meist junger Mensch vorbei und fragt, ob ich noch etwas möchte. Und dann bringt der zum Beispiel die weltbeste heiße Schokolade in einem warmen Glas, obendrauf ein bisschen fluffig geschäumte Milch, in deren Mitte ein Klecks Schlagsahne schwimmt. Die Schokolade ist genau die richtige Mischung aus zartbitter und ein bisschen süß. Später schaut derselbe Mensch noch einem vorbei. Vielleicht bringt er noch mal was, vielleicht aber auch nicht. Das ist nämlich fast das Beste, es ist schließlich eine Hotelbar, sie sind es dort gewohnt, dass Gäste nicht unablässig was trinken müssen. Das L in LBAR stünde für Livingroom erklärt mir der Kellner. Und in einem Wohnzimmer muss man ja auch nicht immer was nachbestellen. Im Wohnzimmer-Büro auch nicht.

Ort: Das Gastwerk im Otto-von-Bahrenpark, Beim Alten Gaswerk 3 in Hamburg Bahrenfeld.

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