Kommt nicht in die Tüte

Es fing vor ein paar Jahren an. Wir wanderten in Costa Rica durch den Dschungel. Corcovado im Südwesten Costa Ricas auf der Halbinsel Osa ist ein so genannter Primär Urwald. Noch nie haben Menschen dort Bäume gefällt. Das Ökosystem ist so, wie es über die Jahrhunderte entstanden ist. Bevor die Ranger einen in den Nationalpark lassen, erklären sie jedem Besucher ausführlich, wie man sich im Angesicht von Geparden, Haien oder Alligatoren verhalten sollte. Außerdem haben die Wärter uns eingeschärft, dass wir alles, wirklich alles wieder mit hinaus nehmen müssten, was wir in den Wald hinein trügen. Kein Müll dürfe zurück bleiben.


Eifrig nickten wir und machten uns auf die 7-8-stündige Wanderung in den subtropisch warmen Urwald. Mehrmals mussten wir am Strand entlang wandern, weil der Wald zu dicht und hügelig zum Durchkommen war. Ein mega-anstrengendes Unterfangen, die Füsse sanken immer wieder in den heißen Sand ein und die Sonne brannte, eso ganz ohne Schatten spendende Bäume. Ich kam mit vor wie Johnny Depp in „Der Fluch der Karibik“. Während einer kurzen Trinkpause war ich bass erstaunt, als ich überall kleine Häufchen Plastikmüll entdeckte. Ich wollte schon zu einer Schimpftirade auf die ignoranten Touristen, die nicht mal, also wirklich, auch nur die einfachsten Regeln … als mir ein amerikanischer Wanderer erklärte, das sei Müll, den der Pazifik angespült habe.

Vermeidung von Plastikmüll

Seitdem habe ich immer mal wieder über den ungebetenen Müll mitten im Naturparadies* nachgedacht. Neuerdings mehren sich in meinem digitalen Umfeld die Mahnungen, nicht so viel Plastik, vor allem nicht so viel Einweggegenstände aus Plastik zu benutzen. Seitdem versuche ich Einweg-Plastik zu vermeiden. Was soll ich sagen? Das ist gar nicht mal so einfach und verträgt sich mit etlichen anderen Dingen, die ich auch möchte, nicht so wirklich gut. Zum Beispiel sind in meinem Supermarkt viele, quatsch, fast alle Bio-Obst und Gemüse-Sorte in einer Plastikschale und einer dünnen Cellophanhülle eingepackt. Das konventionelle Obst gibt’s ohne Müll drumherum. Warum hat sich mir noch nicht erschlossen. Seitdem gehe ich wieder öfter zu den kleinen türkischen Lebensmitteln (da ist zwar auch nicht alles bio aber bitte, wenn mich mein Supermarkt schon ärgert) bei uns im Viertel und donnerstags auf den Markt. Bei Deo, Milch und Klopapier, das ist doch eigentlich schon Papier, nicht?, das immer, immer noch mal extra in Plastik eingewickelt ist, bei diesen täglich genutzten Waren ist mir an meinen Einkaufsorten noch keine Alternative unter gekommen. Klar, ich könnte zu Stückgut gehen, dem verpackungsfreien Laden, den es neuerdings in Ottensen gibt, aber der liegt so gar nicht auf meinem Weg. Das war mir bisher zu lästig.
Ich werde weiter versuchen weniger Plastikmüll einzukaufen. Und Sie so?

  • * Seit dem Besuch in Corcovado mit all seinen Pumas, Geparden, Haien, Alligatoren, Schlangen kommt mir echte Natur gar nicht mehr so paradiesisch vor, jedenfalls nicht sanft-paradiesisch.
  • Sarah Wilson via A Cup of Jo
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