Erster Mai

Sie haben zusammen in den Mai getanzt, das Mädchen und der Junge. Nicht so wie die Leute auf dem Dorf mit Maibaum, bunten Schleifen und gemeinsamer Nachtwache, damit die Jungs aus dem Nachbardorf nicht vorzeitig den Baum herunter holen. Nein, das hier ist schließlich die Schanze in Hamburg. Sie studiert irgendwas mit Medien, er macht gerade ein Praktikum in einer Werbeagentur. Im Sommer will er für ein halbes Jahr nach New York. Aber jetzt hat er sie kennen gelernt, in ihrem hellblau weiß gepunkteten Sommerkleid und den Doc Martens. Sie haben ziemlich viel Astra getrunken, Whiskey und eine Menge andere Sachen, an die sich sich im hellen kalten Sonnenschein des ersten Mai nicht mehr so genau erinnern. Geredet, geküsst, noch mehr geredet, so genau weiß er das heute Mittag nicht mehr. Und auch nicht, ob das alles schon genug ist, vielleicht doch nicht mehr nach New York zu wollen. Aber dass sie nett ist, einfach so, das ist noch klar. Den Rest werden sie sehen, später.

Später am Nachmittag auf dem Weg zum ersten Eis in der Waffel lacht es mich an.

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