Montagmorgen und die Aussicht auf den Herbst

Auf Hamburg ist der Herbst gefallen. Das fühlt sich ein wenig ungerecht an, nachdem die Stadt den Sommer mehr oder weniger ausgelassen hat. Wenigstens für einen Altweibersommer hätte es doch wohl reichen können. Genug gejammert, sonst klingt es hier noch wie bei einem trotzigen Kleinkind. Anderswo ist schließlich auch Herbst, in Irland zum Beispiel. In der Türkei im übrigen schon den ganzen Sommer lang. Früher schrieb man Postkarten aus dem Urlaub in der Türkei, heute schreiben die Leute Postkarten dorthin. Aus Gründen, wie nicht nur das Fräulein Readon findet.
Der Übergang wirkt ein wenig hart, aber lassen Sie uns trotzdem zu positiven Aussichten kommen. Übermorgen beginnt schon das Harbourfront Literaturfestival Hamburg, das wieder viele spannende Autoren in die Stadt holen wird. Rund um den Hafen werden sie uns ihre Geschichten vorlesen, manchmal vorlesen lassen. Sie werden vom Leben und der Kunst erzählen. Ein Schwerpunkt wird diese Jahr die Türkei sein. Hakan Günday etwa kommt mit seinem Roman „Flucht“, Barbaros Altuğ mit „Brücken zwischen Berlin und Istanbul“. Nora Bossong bleibt auf dem Hamburger Kiez. Anna Depenbusch entwickelt nicht nur mit ihrer Musik ihr Alphabet. Ach, schauen Sie selbst.

Vergangenen Samstag haben die Hamburger Spielstätten zur Theaternacht eingeladen. Viele haben Lust gemacht auf ihre neuen Produktionen. Wir werden also bestimmt einen anregenden, unterhaltsamen Herbst haben. Außerdem habe ich eine neue Spielstätte entdeckt: Das Theater in der Marzipanfabrik. Ist das nicht ein poetischer Name für ein Theater?
In diesem Sinne, genießen Sie die kommende Woche.

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