Verplant

Pläne schmieden kann ich. Mehr Tanzen, wieder Klavier spielen, öfter interessante Ausstellungen besuchen. Haltbare Pläne machen und umsetzen, klappt schon deutlich schlechter. Noch in den Sommerferien,


quasi beim Herausklettern aus den Luxemburger Kasematten haben wir uns auf der Website eines befreundeten Rudervereins eingeloggt um uns für die Matjesregatta anzumelden. Das ist ein Spaß-orientiertes Freizeitrennen, Fünfer-Mannschaftern umrudern einen idyllischen Kleingartenverein, das dauert rund 20 Minuten. Eigentlich dürften wir von den hübschen Kleingärten auf der Insel nix mitbekommen. Aber wir sind ja nur so Freizeitsportler. Ich sehe die Gärten, die kleinen und größeren Boote und all das während dieser elendig langen 20 oder so (nun gut, eher 22 Minuten) schon und frage mich, wie es wohl wäre, da einen Garten zu haben. Anschließend stehen wir alle im vor und um das Vereinshaus rum, essen Kuchen, Bratwurst und später Matjes, trinken Kaffee, Bier und Schnaps und machen überhaupt alles so, wie es in meiner Jugend in der Provinz sein musste. Man unterschätzt das als Großstädterin ja schon mal, nicht nur die Provinzler müssen ab und zu in die große Stadt, die Großstädter müssen auch manchmal zurück. Alles schön geplant, rechtzeitig angemeldet und dann fest gestellt, dass wir an dem Wochenende in einer anderen Provinz sind um den 70. Geburtstag meines Onkels zu feiern und Geschwister, Cousinen, Cousins, Kinder, Tanten und Onkel, kurrz alle möglichen Anverwandten zu treffen. Auch schön, ein Wochenende später wäre es noch schöner gewesen. Deshalb dürfen nun einige liebe Ruderfreunde auf unseren Startplätzen schwitzen. Stets bemüht, möchte ich feststellen.

Verweht

Zum Wochenbeginn schaue ich den anderen ein wenig beim Reisen zu. Verweht berichtet just von Malaysia. Neulich fragte mich eine Freundin, ob ich kommendes Frühjahr nicht Lust hätte, mit ihr dahin zu fahren. Seitdem denke ich darüber nach, wo Kuala Lumpur liegt und wie es wäre, sich das mal anzugucken. Nachdem ich letztes Jahr auf dem Rückflug aus Usbekistan mit der liebsten Reisebegleiterin eine Liste gmacht habe, in welchen und wievielen Ländern wir schon waren und sie bei diesem virtuellen Schwanz-Vergleich rund zehn Länder Vorsprung hatte. Ich weiß, Sie werden jetzt einwenden wollen, dass wir ja gar keinen Schwanz-… und da haben Sie natürlich vollkommen recht. Aber der Vergleich war ja auch nur virtuell und vorgestellt. Und außerdem werden Sie nun sagen wollen, käme es doch wohl nicht auf Ländernamen an, sondern auf Erlebnisse, Menschen und Begegnungen. Und auch da haben Sie vollkommen und erst recht recht. Aber so habe ich trotzdem ein hübsches Krriterium mir neue Reiseziele auszudenken. Immerhin bin ich diesen Sommer auf diese Weise nach Luxemburg gekommen, weil die K. letztes Jahr im Flieger mir das Land wieder von der Liste gestrichen hat mit der Begründung, man müsse wenigstens eine Sache besichtigt haben, nur weil ich mich auf dem Weg von Lyon nach Münster da mal verfahren hätte, also das gelte nun nicht. Und damit hatte sie ja auch irgendwie recht und ich habe endlich mal das niedlich kleine Großherzogtum besichtigt. Das gefiel dem Alltags-Prinz und dem Kind übrigens auch. Nicht nur wegen der Kasematten, die wir dort besichtig haben, sondern auch, weil gerade Kleinkunstfestival in der Stadt war.
Jedenfalls kommt so eine Blog-Neuentdeckung beim Nachdenken über Reiseziele ganz passend. In der russische Provinz war ich übrigens auch noch kurz, dahin nahm Jana mich mit. Haben Sie eine schöne Woche. Sie müssen nicht mal wegfahren. Vorstellen reicht.

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