Und sonst so?

Mein Neffe stellt die Playmobil-Männchen sorgfältig in angemessenem Abstand auf dem Rand des Sandkastens ab. „Wegen der Krankheit.“, erklärt er. Seine Oma schickt das dazugehörige Bild in die Verwandtschaft. Die Cousinen in London giggeln entzückt, die Tanten in Irland finden es genauso korrekt wie die Berliner Verwandtschaft. Und mir kommt es auch richtig vor.

Obwohl ich jetzt doch manchmal sehnsüchtig auf die vollbesetzten Tische der Restaurants und Bars bei uns im Viertel schaue. Weiterlesen

Verortung der Vororte

Wir probieren hier gerade wochenendweise Urlaub zu Hause aus. Anderer Urlaub geht im Moment ja nicht so gut. Alles verständlich, aber ich habe trotzdem ab und an das Bedürfnis raus zu kommen. Aus Gründen haben wir die Idee der Nahreisen wieder ausgegraben. Und aus Gründen haben wir sie um ein Kriterium erweitert: Touristische Attraktivität soll bei unseren Reiseplänen keine herausgehobene Rolle spielen, im Gegenteil je alltäglicher ein Ort umso besser. Weiterlesen

Zeitlupe und Zeitraffer

Frischer Pfefferminztee

Einerseits und andererseits

Mir scheint diese durch die Corona Pandemie herunter gefahrene Zeit einerseits unglaublich langsam. Vieles passiert in meinem Rhythmus. Ich wache zum Beispiel auf, wenn ich aufwache. Das passiert auch ohne Wecker meist zwischen sieben und acht Uhr morgens. Aber es ist nicht mehr so wichtig, dann aus dem Bett aufzuspringen und schnell loszulegen. Weiterlesen

Zwölf von 12

Zwölf von 12

Der Ostersonntag hier in St. Georg und angrenzenden Hamburger Stadtteilen war maximal öster-eier-lich und sonnig. Plus: Bonus, es kommen ausnahmsweise sogar Tiere vor, nicht nur Osterhasen, ein Fisch und ein Elefant (na gut, gezeichnet) sondern auch Pferde. Kommen Sie ein Stück mit auf unserem gestrigen Tag durch die Feiertags artige Stille und Beschaulichkeit. Weiterlesen

Verwunschen, verrückt!

Die Alster ist so leer wie ich sie noch nie gesehen habe. Die Krise fühlt sich verrückt an. Verrückt im Wortsinn. Unsere Realität ist ein wenig verrückt. Plätze, die eben noch voller Menschen waren, sind nun leer. Der Fokus hat sich verschoben, weg vom Außen, hin zum Innen. Wir bleiben öfter (immer?) in der Wohnung, gehen nur noch selten aus. Und wenn wir es doch tun, grüße ich viel mehr Leute als früher, oft mit einem verschmitzten Lächeln („Sie wissen schon, wir stecken gemeinsam in diesen Zeiten.“), insgesamt sehe ich dafür viel weniger von diesen Leuten in der Außenwelt. Gleichzeitig begegne ich ziemlich vielen Menschen. Per Videochat, Videokonferenz, Einzel-Telefonat und zum gemeinsamen abstandsvollen Spaziergang.
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Leere Klassenzimmer

Wie wir den Unterricht aus der Ferne erfinden

Erfahrungen einer Lehrerin in Hamburg

Hier habe ich noch nicht oft darüber geschrieben, im Erstberuf bin ich Journalistin, im Zweitberuf Lehrerin. Oder war es anders herum? Je nach Auftrags- und Aufgabenlage ändert sich das immer mal wieder. Gerade beschäftigen mich wie so viele unsere leeren Klassen und vollen Kinderzimmer. Über meine ersten Erfahrungen mit virtuellem Unterricht habe ich kurz und knapp zusammen mit Kolleginnen und Kollegen für das Deutsche Schulportal geschrieben. Hier gibt es den ausführlichen Bericht.

Alles beginnt mit unserem Ski-Urlaub in Südtirol. Wir genossen leere Pisten, die Kinder kleine Gruppen in der Skischule. Am letzten Tag erreicht mich die Nachricht einer Kollegin, ob ich denn nach der Rückkehr aus einem Risikogebiet – Norditalien – wie gewohnt zu unterrichten gedenke? Weiterlesen