Dialog im Dunkeln

In Hamburg sind große Ferien. Das merkt man überall in der Stadt. Weniger Autos, dafür mehr Baustellen, weniger Kinder, dafür mehr Tretroller. Es ist diese Feiertagsstimmung, die mich als Freiberuflerin eigentlich nicht interessieren müsste. So wie sich der Tag der Arbeit oft anfühlt, mein Schreibtisch ist voll, eigentlich müsste ich … aber wenn alle gerade so still und chillig in der Gegend herum liegen, dann könnte ich doch … Weiterlesen

Rollenspiele

Die kommenden Stunden werde ich eine Frau sein, die ebenso blond wie handfest ist. Ihre Haare wellen sich in einem sanften Bob um den Kopf, den Kragen ihrer Feldbluse hat sie adrett hochgestellt. Dr. Helena Töpfer hat als Archäologin schon Ausgrabungen im Tal der Könige geleitet, auch wenn die Männer im Ausgrabungsteam ihre Erfolge gerne unter den Tisch ins Grab fallen lassen. Wir befinden uns schließlich in den Zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts. Frauen mit Karrieren waren da noch nicht vorgesehen. Immer wieder Weiterlesen

Promenades

Mathild e! – Die mir befreundeten Franzosen sprechen meinen Vornamen mit einem kleinern hüpfenden e am Ende aus. Im Französischen ist ist das e am Ende eigentlich stumm, aber sie wissen natürlich, dass meine Eltern mich auf deutsch benannt haben, also geben sie sich dieses kleine bisschen Extra-Mühe. Ein fröhliches phonetisches Ausrufezeichen diese e, eigentlich klingt es mehr wie ein ganz kurzes ö. Einen ganzen wundervollen Tag lang laufe ich heute alleine durch Lyon. In meinem Kopf hüpft das e am Ende mit. Weiterlesen

Sommerzeit

Auf einmal ist schon Sommerzeit. Und ich bin Tage-, ach was red ich, Wochen-lang nicht zum Schreiben gekommen. Mathilde mag … nicht mehr? Quatsch, natürlich, es ist bloß zu viel los. Irgendein anderer Text musste zuletzt immer erst noch fertig werden, ein anderes Arbeitspapier, eine Naht genäht werden, eine Stadt besucht werden, eine andere auch noch. Ach es ist zum Haare raufen.

Sommer ist es zwar noch nicht ganz, die dazu gehörige Zeit aber ist schon mal umgestellt worden. Weiterlesen

Wochenendliche Wehmut

Vor dem Haus des Alltagsprinzen wird demnächst ein Stolperstein verlegt, so steht es auf dem Informationsblatt. Hat also auch in diesem gründerzeitlich großspurigem Gebäude ein Mensch gelebt, den die Naziherrschaft das Leben gekostet hat. Fräulein Read-in pflegt vorsichtig um die Steine herum zu treten, bald werde ich also vorsichtig über die Erinnerung ins Haus treten.

Am Wochenende stauten sich die Verabredungen und Termine. Weiterlesen

Die Dinge am Dienstag

Phasen, ist alles nur eine Phase. Gerade haben gefühlt* alle um mich herum die Gute-Vorsätze-Phase. Mache ich ja auch so. Manche Phasen sind die Folge von jahreszeitlich bedingten guten Vorsätzen (Januar), manche ergeben sich von selbst. Wie zum Beispiel die Netflix/Amazon-Phase, die ich zwischenzeitlich hatte, als all diese wirklich gut gemachten Serien für kleine, spitze Zielgruppen auftauchten. Serien, die so viel spannender sind als die Fernseh-Einheitssoße, die ich von früher kenne. Peaky Blinders, The Affair, Marseille – ich bin ganze wundervoll langen Samstage in die Serienwelt eingetaucht. Irgendwann war es damit wieder vorbei. Und ich habe wieder mehr Blogs gelesen, bis mir aufgefallen ist, dass mir lange Lesestrecken fehlen, weshalb ich also mehr ziegelsteindicke Romane gelesen habe, zuletzt Archipel von Inger-Maria Mahlke. Gerade lese ich Weiterlesen

Hallo 2019

Das neue Jahr fängt gut an. Doch, doch das tut es. Erst gab es sich noch eine Weile ferienartig entspannt. So entspannt, dass Rechner-Aufräumen, Datenübertragen und andere Dinge, die ein komplikationsloses Weiterarbeiten im neuen Jahr erst ermöglichen, auf keinen Fall in Angriff genommen werden konnten. Stattdessen habe ich das Sofa bewohnt, das Netz leer und ein paar neue Weihnachts-Bücher (an-)gelesen, wir haben Filme geguckt („Die Feuerzangenbowle“ mit dem unterhaltsamen Herrn Rühmann, „Wie es Euch gefällt“ mit der wunderbaren Emma Thompson, „Tatsächlich Liebe“ mit Heike Makatsch als sie noch eher ein Fräulein war und der wunderbaren Emma Thompson als sie keines mehr war), mit dem Kind waren wir im Wellenbad. Solche Dinge eben, die müssen ja auch mal erledigt werden.

Und jetzt nimmt das neue Jahr Weiterlesen