Ach

Wenn man eine Wanderung macht oder – in meinem Fall ist das wahrscheinlicher: – eine Ruderwanderfahrt, dann hat man ja meist eine geplante Tagesetappe, man weiß also, wann man ungefähr fertig sein wird mit dem Sport des Tages. Je nach sportlicher Zuversicht, Wasserströmung und örtlichen Gegebenheiten sind solche Etappen mal länger, 80 Kilometer, nein sogar 100 Kilometer, oder kürzer, 20 – 30 Kilometer. Egal, auf welche sportliche Herausforderung man sich eingelassen hat, auf den letzten Kilometern, denkt man immer so ein unwillkürliches „ach“. Weiterlesen

Vergessene Vorlieben

Kennen Sie das? Wenn man etwas, das man mal viel und gerne getan hat, sehr gerne eigentlich, nach geraumer Zeit mal wieder tut. Und dann so langsam wieder reinfindet und sich irgendwann fragt, wo war ich stehen geblieben? Wo ist die ganze Zeit hin? Und warum habe ich überhaupt damit aufgehört in den letzten Wochen? Ja, warum eigentlich? (Es gab Gründe, dazu später mehr.) So ergeht es mir gerade mit dem Leer-Lesen des Internets. Ich meine hier nicht, die offiziöse Seite, nicht so sehr die Artikel, die respektable Zeitungen online stellen, also solche, die nach wie vor auch auf Papier gedruckte Exemplare veröffentlichen. Nein, es geht mir um all die Blogs, privaten, halbprivaten, halb-journalistischen Erzählformen, die zum Glück auch immer noch im Meer des weltweiten Netzes herum schwimmen. Erst beim Lesen merke ich: Ach, wie habe ich das vermisst. Wie schön das ist, vom Hölzchen aufs Stöckchen zu kommen.
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Tür zu!

Und nu gilt wieder: Zurück auf Anfang. Tür zu! Corona sperrt uns wieder ein. Ich finde das durchaus alles richtig. Ich will keine überfüllten Kliniken erleben, keine Triage und keine anschwellenden Todesopferzahlen. Also wieder Alltag ohne Schwimmbad, Ruderclub, Besuche bei Freunden. Dafür habe ich zwischenzeitlich ein paar Testerfahrungen gesammelt, ich weiß jetzt, wie ich erstaunt glupssrzhh mache, während ich noch erstaunter die Augen aufreiße, wenn die beherzte Dame im Testzentrum das Wattestäbchen in meinen Rachen stopft. Insgesamt geht so ein Covid Test aber doch recht schnell vorbei, also zumindest das Probe-Nehmen, danach muss man dann noch so einen Tag vor sich hin warten und immer mal wieder in der App, oder auf den Seiten des Gesundheitsamts prüfen, ob sich was getan hat und endlich ein Ergebnis da ist. Auf der Seite des Gesundheitsamtes kann man zur Überbrückung der Warterei sehr gut alle paar Minuten nachgucken. Für Sie getestet.
So gesehen eigentlich eine gute Vorübung für den Nervenkrieg auf der anderen Seite des Atlantiks. Weiterlesen

Kann das weg?

Ich habe fertig gewohnt. Ja, so kann ich das festhalten. Es gab Phasen, da fand ich dieses Corona-Dings fast gemütlich. Ich war schrecklich privilegiert, ich weiß: Der Alltagsprinz und ich leisten uns ganz schön viele Quadratmeter zum Bewohnen. Selbst wenn ich das Kinderzimmer abziehe*, bleibt erstaunlich viel Platz übrig, auf dem man es gemütlich haben und/ oder sich bei Bedarf mal aus dem Weg gehen kann. Weiterlesen

Und sonst so?

Mein Neffe stellt die Playmobil-Männchen sorgfältig in angemessenem Abstand auf dem Rand des Sandkastens ab. „Wegen der Krankheit.“, erklärt er. Seine Oma schickt das dazugehörige Bild in die Verwandtschaft. Die Cousinen in London giggeln entzückt, die Tanten in Irland finden es genauso korrekt wie die Berliner Verwandtschaft. Und mir kommt es auch richtig vor.

Obwohl ich jetzt doch manchmal sehnsüchtig auf die vollbesetzten Tische der Restaurants und Bars bei uns im Viertel schaue. Weiterlesen