Vom Wegfahren und Hierbleiben

Mathilde mag das Wasserhäuschen aus dem 19. Jahrhundert

Wegfahren wird völlig überbewertet, scheint mir. Jedenfalls solange das Wetter in Hamburg so gigantisch ist. Lauschige Plätzchen und überraschend grüne Ecken haben wir in der schönsten Stadt der Welt schließlich auch. Und die sind genauso unbekannt wie diese einsame Bucht in der Karibik. Jedenfalls für mich. Welcher Hamburger kennt schließlich Entenwerder?
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Wochenend-Inspiration VI

Mathilde Magazin

Rosa Rosen – fast zu schön um wahr zu sein.

Manche Dinge gehen gar nicht. So sehr, dass sie schon wieder schön sind. Rosa ist so eine Farbe, die jenseits der 13 ganz, ganz schwierig ist. Zu kitschig, zu Barbie, zu – ach alles. Und rosa Rosen erst, das klingt nach Groschenroman für Muttis jenseits der Attraktivität. Aber diese altenglischen runden Rosenköpfe mit dem zarten Grün dazwischen, die ich letztes Wochenende auf einer Hochzeit entdeckt habe, sind trotzdem wunderschön.

Notizen aus der Provinz

Toreinfahrt in Wanfried, Werra-Meißner-Kreis – Mathilde Magazin

Wahlheimat, so nennt man das wohl. Hamburg ist also meine Wahlheimat. Das ist ein bisschen so wie ein zweite Liebe oder vielleicht wie eine Stiefmutter. Die erste Liebe wird immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen behalten, meine Mama sowieso. Eine Stiefmama habe ich gar nicht. Aber ich stelle mir vor, dass es wie bei einem meiner Freunde wäre. Der mag seine Vizemama, wie er sie nennt, schon sehr gerne. Ich glaube, manchmal lieber als seinen Papa. Seine Mutter aber kann sie nie ersetzen. Wie bin ich jetzt bloß auf das Vizemama-Ding gekommen? Ach so, Hamburg. Die Stadt an Elbe und Alster mit den besten Ruderrouten, den tollsten Sonnenuntergängen, dem Hafen, lässigen Kneipen, warmroten Backsteinhäusern, weltstädtischer Eleganz, kiezigem Hipstertum – Hamburg habe ich ganz bewusst gewählt. Ich lebe richtig gerne in der Freien und Hansestadt.

Gegen kleine rot-weiße Fachwerkhäuser, verwunschene Flussauen, vor allem aber
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Mathilde mag die blaube Radkappe

Man läuft so durch sein Leben und sucht ein ganz bestimmtes Teil. Den perfekte Fahrradhelm zum Beispiel. Ärgerlicherweise gibt es keinen einzige schlichten Helm in einer edle Farbe und – fast am wichtigsten – der nicht auf die eine oder andere Art behämmert aussieht. Entweder so ein Ding kommt schrecklich sportlich daher, so als wollte ich bei der Tour de France mitkämpfen und mindestens die Bergwertung gewinnen. Sieht halt ein bisschen blöd aus, wenn man mit vielleicht 15 Stundenkilometern zur nächsten roten Ampel radelt. Oder der Fahrradhelm ist gewollt hip. Da ich aus dem Skater-Alter herausgewachsen bin, passt das zu mir wie’ne Perlenkette zum Fisch. Ganz offensichtlich bin ich mit dem Problem nicht alleine.

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Wärmeflasche oder Vibrator

Mathilde mag ihre Wärmeflasche nicht so besonders

Manchmal an so verdaddelten Wochenendtagen rutsche ich von einer Website zur nächsten, lese hier einen Artikel dort einen Beitrag. Neulich zum Beispiel da habe ich ganz seriös mit einer Reportage in der Süddeutschen Zeitung angefangen. Es ging um eine junge Frau, Lea-Sophie Cramer, und ihr Start-up: Amorelie. Der Name klingt irgendwie wie eine Krankheit, wie Zölliakie vielleicht oder Diphterie. Die Frau dazu sah jung, hübsch und lustig aus. Frau Cramer jedenfalls trug einen blauen Blazer, ein offenes Gesicht und eine alberne Krone, die ihr über die Augen gerutscht war. Oder, auf dem nächsten Bild: ein rosa Etwas am Stiel, das ein bisschen wie ein Sahneeis aussieht. Der Knaller aber
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Regenlieder

Mathilde mag den Hafen auch auf der anderen Seite – Baukräne im Dienst des Elbjazz-Festivals

Es fing nicht gut an mit mir und dem Elbjazz. Dabei liebe mag ich Festivals. – Die Stimmung, die Leute, die Musik. Und dann auch noch das Elbjazz! Rebekka Bakken, Echoes of Swing, Dianne Reeves, Gregory Porter – es waren eine Menge tolle Leute angekündigt. Nicht, dass ich mich wirklich gut im modernen Jazz auskenne. Aber ich höre gerne andere Klangwelten Wenn ich die Wahl habe zwischen überbekannten Radiohits und Klängen, auf die ich alleine nie im Leben gekommen wäre, dann erlebe ich lieber letzteres. Besonders Rebekka Bakken wollte ich gerne hören. Ihre wunderbare samtweich gelassene Stimme begleitet mich öfter beim Fahrradfahren. Gregory Porter hatte ich im letzten Jahr verpasst, weil ich wegen des Regens die meiste Zeit auf der städtischen Seite der Elbe geblieben war und lieber Konzerte in St. Katharinen und in der Altonaer Fischauktionshalle gehört hatte. Aber dieses Jahr sollte es rüber zum Werksgelände von Blohm und Voss gehen. Dazu später mehr.
Erstmal fing es, sagen wir, schwierig an.
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