Hallo Kleines

Hallo Kleines Blumen und Kerzen

Städte haben ihren eigenen Stil. Mir scheint, die sind da auch nicht anders als Mädels. Es gibt die blassen Rothaarigen mit einem Faible für zarte Grüntöne, die robusten Blondinen mit einer Vorliebe für Seidentops und Boyfriend-Jeans und natürlich die patenten Braunhaarigen, die so gerne Pink tragen. Bei Städten ist das irgendwie genauso: Was der einen Stadt steht, wirkt in der nächsten unpassend. In Frankfurt zum Beispiel mögen sie hochglanz-polierte Bars, in Köln Brauhäuser, in denen der Köbes regiert, und in Hamburg sind Cafés im skandinavisch angehauchten Shabby Schick ganz groß. Abgewetzter weißer Lack, ein paar lindgrüne und zartrosa Akzente auf verbeulten Emaille-Kannen und charmanten alten Porzellantellern – fertig ist die norddeutsche Variante von gemütlich.

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Zwischen Büchern

Mathilde mag ihre Bücher

Ich stecke zwischen zwei Geschichten. Im besten Fall lässt ein richtig gutes Buch einem eine ganze Welt im Kopf aufgehen. Wie der Autor das literarisch macht – da gibt es große Unterschiede. Manche Autoren stürzen mich als Leser kopfüber in eine fremde Szenerie, vielleicht die einer schwarzen Nacht, in der gerade ein fürchterliches Verbrechen stattgefunden hat.* Oder wir sitzen gemeinsam in einer sonnendurchtränkten Kirche, betrachten die farbenprächtigen Blumengebinde und warten auf eine Beerdigung.** Andere Erzähler ziehen mich in die Überlegungen des Protagonisten, so dass ich die neue Welt gleichsam aus seinem Kopf heraus erfahre. Mit ihm höre ich die Nachbarin ein Lied singen, spüre einen letzten Moment die Wärme der Bettdecke, bevor er aufstehen muss.*** Im Verlauf der Geschichte entfaltet sich diese Welt in immer neuen Details, ich wandere gedanklich durch fremde Räume, nehme fremde Gerüche wahr und gleite in die Beziehungen, Lieben und Verwerfungen der Figuren einer Geschichte. Und dann ist das Buch aus, vielleicht ist es ganz richtig so, eine letzte Verwicklung hat sich geklärt, weiter brauche ich den Protagonisten nicht zu folgen, vielleicht ist es mir zu plötzlich, ich wäre gerne noch ein bisschen länger geblieben. Egal, das Buch ist jedenfalls zu Ende, die letzte Seite ist gelesen, der letzte Satz. Und dann?

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Old Filth

Mathilde mag Old Filth

„The Benchers‘ luncheon-room at the Inner Temple. Light pours through the long windows upon polished table, silver, glass.“ So ein Roman-Anfang setzt den Takt und das Lebensgefühl für all das, was kommt. Jane Gardams Roman Old Filth entführt in die traditionsbewusste Welt der britischen Anwaltskammer: poliertes Holz, Silber(besteck) und Glas. Sofort habe ich ein Bild, eines in dem die ganze Welt des traditionsreichen Empires steckt. Einige Anwälte unterhalten sich beim Mittagsessen über einen der ihren. Sir Edward Feathers ist mit seinen maßgeschneiderte Anzügen und polierten Lederschuhen der Prototyp eines distinguierten Briten. Seinen beachtlichen Wohlstand hat er als Anwalt für Baurecht in Hongkong gemacht. Daher auch sein Spitzname Old Filth, was für, „failed in London, try Hongkong“ steht, wie uns die Autorin schon in der ersten Szene aus der kollegialen Plauderei der Anwälte beim Mittagessen heraushören lässt.

Zum Zeitpunkt des Mittagessens unter Anwälten des Londoner Anwaltskammer Inner Temple* ist Feathers bereits im Ruhestand. Nach

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Sachen lernen

Classes at Future Learn kl

Das Netz scheint im Januar voller guter Vorsätze für das Neue Jahr zu sein. Nur bei mir selbst haben sich irgendwie noch keine eingestellt. Jedenfalls keine neuen, ein paar Vorsätze aus dem alten Jahr habe ich noch auf dem Zettel. Nicht weil ich mich nicht darum gekümmert hätte, sondern weil alles länger dauert als gedacht. Meine Wohnung ausmisten zum Beispiel, habe ich im letzten Jahr voller Elan angefangen und ist noch lange nicht fertig. Aber ich bin immer noch auf einem guten Weg, ha.
Nachdem Aktenordner ausmisten das Leben irgendwie nicht sofort schöner und sinnvoller macht, brauche ich 2016 unbedingt noch ein paar Anstöße. Gerade jetzt im Winter kann darf das Leben nicht nur aus so einem selbstgebastelten Hamsterrad aus Job, Einkaufen, Fitnessstudio und Sofa bestehen. Wie toll, dass ich was Neues entdeckt habe.

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Angst und Antwort

Flüchtlinge bringen nicht  den Islamismus - kl

Seit den Übergriffen in Köln, Hamburg und anderswo geht es in den sozialen wie den etablierten Medien rund. Viele, viel zu viele Menschen haben eine Meinung dazu, wie wir mit männlichen Straftätern, mit Muslimen im Allgemeinen, mit Sexismus, Gewalt und was weiß ich nicht noch umzugehen haben. Erschreckend oft ist die Diskussion erstaunlich wenig von lästigen Fakten belastet.

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Pläne

Rosarote Welt

Kennen Sie dieses überwältigende Gefühl, wenn man Projektflut hat? Nehmen wir einen durchschnittlichen Sonntagmorgen, so wie heute zum Beispiel. Ich liege im Bett, trinke schon mal den ersten Kaffee und überlege, was ich heute alles tun könnte. Und – zack – fallen mir drölfzig Projekte ein, die ich alle gerne umsetzen möchte: Einen neuen Blogpost schreiben (sic!), das Audio-Bearbeitungsprogramm endlich verstehen (À propos: Kennt jemand eines, das selbsterklärend, intuitiv und problemlösend ist? Mit dem ich ein Interview in appetitliche Häppchen zerlegen kann, Soundbites produzieren und O-Töne bearbeiten kann? Kennt jemand sowas, hey?), zeichnen, Klavier spielen, joggen gehen – oder doch lieber schwimmen? – endlich die Wand im Flur streichen, telefonieren, nachher Freunde zum Kaffee trinken treffen. Blöderweise habe ich auf alle Sachen Lust, sie sollen aber alle am liebsten morgens (bis auf das Kaffeetrinken vielleicht) und sofort stattfinden.

Das kann nicht klappen. Ich kann diesen Sonntag nur unglücklich werden. Schließlich will ich gerade jetzt ja auch noch in Ruhe in meinem Buch (Jane Gardam, Old Filth übrigens, gutes Buch – darüber reden wir ein andermal) weiter lesen. Und überhaupt macht das alles nur Spaß, wenn ich ohne Zeitdruck und ganz in Ruhe … . Sie verstehen, ich lebe in einem riesengroßen Dilemma.

2016

Silvester Sparkle

Ein neues Jahr ist Geschichte. 2015 war überwiegend prima. Zumindest fühlt es sich jetzt, wo das alte Jahr ein paar Tage alt ist, so an. Aber der Reihe nach:

Was habe ich gelesen?

Viel, ganz viel. Viel Im Netz, zuletzt bin ich wöchentlich durch’s Netz gegangen um meine Lieblings-Stellen zu teilen. Ich habe geschaut, wie anderen Flüchtlingen helfen und – meistens- Spaß dabei haben.
Aber, es gab auch vieles Andere zu entdecken. Tolle Wohnwelten zum Beispiel, wie hier

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Durch’s Netz gegangen

Mathilde mag die Hl. Drei König

Morgen Kinder wird’s was geben… Weihnachten ist so gut wie da und eigentlich müsste man jetzt das Netz nach Deko-Ideen durchstöbern oder Nachtisch-Rezepte suchen. Aber nix da, Abwechslung ist das viel bessere Rezept um Weihnachten fröhlich und unbeschadet zu durchfeiern. Zum Beispiel die fiesen Sticheleien und kleinen Liebeleien aus dem Leben eines Durcheinanders. Im schönsten Schwyzerdütsch schreibt sich Frau Gminggmangg durchs Leben. Eine ganze Weile hatte sie damit pausiert, aber jetzt zum Glück nicht mehr. Ich habe zwar immer noch nicht herausgefunden, was gminggmangg nun heißt, das kann an meinen unterdurchschnittlichen Kenntnissen der Sprache unserer südlichen Nachbarn liegen, ganz bestimmt sogar. Aber ich lese hier gerne und denke das Ganze in meiner selbst- und persönlich ausgedachten Version des Schyzerischen mit.

Ach und Langeweile. Spätestens am zweiten Weihnachtsfeiertag hätte man da doch durchaus ein bisschen Zeit für. Für so ein bisschen Herumsitzen, in die Luft starren und nachdenken, was man mal tun könnte und weil es so viele verschiedene Möglichkeiten gibt, wird einem darüber ganz schrecklich langweilig. Ist auch irgendwie gut.

In diesem Sinne: Beschenken Sie Ihre Lieben, sich selbst und haben Sie Spaß, das muss die nächsten Tage so.

Durch’s Netz gegangen

Himmel über Hamburg

Oder: Vom kleinen Glück und den Geschichten der Anderen

Mir geht das manchmal so, dass ich leise für mich bemerke, das Leben ist schön. Ja, das ist es wirklich. Zum Beispiel, wenn es über Mittag gar nicht regnet, so dass ich joggen gehen kann. Und das obwohl wir mitten in einem grau-nassen, ein bisschen zu warmen Dezember stecken. Oder wenn ich eine neue Fernsehserie entdeckt habe, so dass ich mich auf Zeitlöcher freuen kann. Wenn wir einen total prima Abend bei Glühwein und Sauerkraut haben. Oder wenn sonntagmorgens Zeit ist mit einer heißen Tasse Kaffee noch einen Augenblick länger im Bett zu bleiben und neue Blogs zu entdecken.*

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