Vergesst die Großen

Mathilde Magazin

Flaneure im Kellertheater

Dochdoch, das Hamburger Schauspielhaus ist toll, das Thalia sowieso, ich habe da schon großartige Abende verbracht. Wenn ich an Theater denke, sehe ich unwillkürlich den dunkelroten Samt des Schauspielhauses vor mir, die goldenglänzenden Brüstungen, das erwartungsvolle Dunkel der Hauptbühne. Aber das kann ja nun nicht alles sein. Hamburg ist groß, ein paar mehr Bühnen haben wir schon. Nur, „die im Dunklen sieht man nicht“ so leicht.

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Besuchskarten

Copyright: Mathilde Mag

Schaut mal, sind die nicht hübsch geworden? Das sind die neuen Visitenkarten des Mathilde Magazins. Eine Hamburger Freundin brachte mich auf die Druckerei, die die individuellen kleinen Besuchskärtchen druckt.

Wusstet ihr, dass die kleinen Kärtchen schon unter dem Sonnenkönig Ludwig XIV. in Mode kamen? Jedenfalls besagt die Legende, dass ein adliger Besucher im 17. Jahrhundert dem Hausherrn, als er ihn auf seiner Burg nicht antraf, eine Spielkarte mit seinem Namen hinterließ. Als der zurück kam, erhielt er die Nachricht des erfolglosen Besuchs durch die carte de visite. Später wurde es üblich am Tor adliger Paläste zunächst die Visitenkarte abzugeben. Ein Diener trug die dann auf einem Silbertablett zum Hausherrn oder der Dame des Hauses, die daraufhin entschied, ob sie zu Hause sei.

Ganz so hochherrschaftlich geht es bei Mathildes Besuchen nicht zu. Aber es ist doch gut den Menschen, mit denen ich in Kontakt bleiben möchte, eine kleine Karte geben zu können.

Fernwehküche

Foto: U.M. Am mmermann

Boucherie, Charcuterie, Boulangerie, Confiserie, Chocolaterie. – Was muss das für ein glückliches Land sein, in dem so viele Handwerker nix Anderes zu tun haben, als sich um gutes Essen zu kümmern? Ach ja, um die 1000 verschiedene Käsesorten produzieren sie dort ebenfalls, von all den leckeren Weinen will ich gar nicht erst anfangen. Bummelige 2 bis drei Stunden Zeit für ein fünf-gängiges Menü, so richtig mit Apéro vorneweg, Häppchen, Vorspeisen, Hauptgang, Nachtisch, Käse, unterhaltsame Freunde um einen großen Tisch und immer ein gediegenes Glas Wein griffbereit … das Leben kann so schön sein. Blöderweise
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Bestens geklappt

Brompton – Mathilde Magazin

Als blutiger Anfänger kann man den Rat weiser Herren gut gebrauchen. Wie gut, dass wir gleich zu Anfang einen trafen. Klar, die Hamburger Fietsin und ich hatten uns rennfein gemacht: Jacketts rausgesucht plus farblich passende Lang- beziehungsweise Kurzbinder (hihi, so heißen Schlips und Fliege in korrektem Modesprech), Helme und Hosen. Natürlich hatten wir auch unsere Bromptons startklar gemacht. Das änderte aber natürlich gar nichts daran, dass wir keine Ahnung hatten, was auf uns zu zukommen würde. Wie ernst soll man ein Radrennen nehmen, das mit kleinen Klapprädern ausgetragen wird und dessen Dresscode, nun ja, doch recht speziell ist? „Es ist britisch“, erklärte uns der Herr im Zug nach Bremen. „Ein bisschen exzentrisch und albern in Shorts und Schlips, aber gleichzeitig total ernst.“

Den Ernst der Lage
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Schlendern im Süden

Mathilde Magazin in den kleinen Straßen Bordeauxs

„So ist das, später wird man in dieser Stadt gewohnt haben, wird durch die Straßen gegangen sein, wird sich am Ende der Fluchten befunden haben, wird die Gebäude und die Menschen kennen gelernt haben. Wenn man in dieser Stadt gelebt hat, wird man zehn, zwanzig, tausend Mal durch diese Straßen gegangen sein.“, denkt Xavier der Pariser Student aus der „L’Auberge Espagnole“, als er das erste Mal durch Barcelona läuft. Stimmt, am Anfang ist alles fremd, größer, großstädtischer, fremder, enger, kleingassiger. – Auch in Bordeaux. Ich stelle mir in fremden Städten oft vor, wie es wäre, hier zu leben. Wenn zum Beispiel diese Straßenecke mit dem runden vorgebeugten Balkon auf meinem täglichen Weg zur Arbeit läge. Wäre das nicht schön? Wahrscheinlich würde ich dann mit Karacho auf dem Fahrrad hier entlang flitzen, immer mit ein bisschen Schiss, dass es mich auf dem glatten Kopfsteinpflaster zerlegt, aber es wäre nun mal der kürzeste Weg.

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