Belohnungen

Mathilde mag Sonnenspaziergänge

Mit Belohnungen, vor allem solchen an sich selbst, ist es ja so, dass sie bloß im ersten, na gut, vielleicht auch noch im zweiten und dritten Moment eine echte Belohnung sind. Irgendwann gar nicht mal so viel später legt sich das Belohnungshafte wieder. Dann habe ich beispielsweise Bauchschmerzen, weil ein Liter Eiscreme doch nicht so gut tut, wie es sich erst anfühlte.

Dieses Jahr arbeite ich ganz fleißig gute Vorsätze ab, das macht mich besonders belohnungsbedürftig, wie mir scheint. Und da ist Eiscreme auf Dauer keine gute Lösung. Zumal das Zeug nicht mehr literweise zu verspeisen ja eigentlich auch und sowieso zu den guten Vorsätzen gehört hatte. Aber lassen wir das, Pläne und Regeln ohne Ausnahmen machen einen zum Terroristen und das kann ja auch keiner wollen.

Also habe ich über Belohnungen nachgedacht, die nicht so schädlich für mein physisches und psychisches Wohlbefinden sind. Hier meine zehn Belohnungen, die garantiert nicht mega-dick und bettel-arm machen.*

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Hausbesuche

Tulpen in Hamburg

Ein Geständnis vorab: Wenn man so lange wie ich in der Renovierungswelt abgetaucht war, dann braucht es offensichtlich eine Weile, bis es wieder rund läuft mit dem Bloggen. Zumindest bei mir im Mathilde MAG ist das so. Aber es wird, wir kommen da schon wieder hin.

Jedenfalls habe ich angefangen wieder vermehrt in diesem Internet zu lesen. Noch nicht ganz schreiben aber schon mal ein Anfang. Und dabei habe ich eine kleine Blogperle entdeckt: die Hausbesuche der Stephanie Quitterer.

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Bildungsfernsehen

Mathilde mag ihre Farben und Pinsel 1

Bekanntermaßen stecken wir hier im Mathilde Magazin ja gerade in der Renovierungs-Falle. Es ist elendig, sobald man an einer Stelle anfängt alles schön zu machen, desto mehr fallen alle anderen Ecken in der Wohnung auf. So langsam kann ich verstehen, wie Leute Schönheits-Chirurgen-süchtig werden.*

Das viele Aufräumen, Ausräumen, Sortieren und Einräumen ist ermüdend. Also habe ich angefangen nebenher Radiopodcasts zu hören und vor allem Fernsehen zu schauen. Zufällig habe ich gerade Abo-Fernsehen für mich entdeckt. Das bietet mir eine uneinsehbare Menge Filme und Fernsehserien. Vor allem ausländische Serien haben es mir angetan. So wird aus stupiden Fernsehglotzen nebenher ein bisschen Bildungsfernsehen. Aber fangen wir von vor an.

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Die Falle

Bücher im Umzug - Mathilde mag das nur so mittel

Eigentlich hat alles ganz harmlos angefangen. Die Wände im Wohnzimmer waren ein bisschen in die Jahre gekommen. Einen frische Schicht weißer Farbe könnten sie schon mal vertragen. Dafür muss man die Regale von den Wänden rücken und dafür muss man sie zumindest teilweise leer räumen, sonst sind sie unbeweglich schwer. Mmhhm, wenn man schon mal dabei ist, kann man eigentlich auch mal ausmisten.

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Lesebändchen

Neue Lesebändchen

Es ist natürlich so, dass man sehr gut ohne Lesebändchen leben kann. Bevor ich die praktischen kleinen Teile kannte, bin ich ja auch klar gekommen. In meinen Büchern steckten alte Kassenbons, Buchhandlungs-Reklame-Lesezeichen, Notizzettel. Lauter Dinge, die die seltsame Angewohnheit hatten zu verschwinden. Immer wenn ich das Buch wieder zuklappen wollte, war irgendwie gerade kein Zettel da. Dann musste entweder ein Tempo dran glauben oder ich habe versucht mir die Seitenzahl zu merken – mit wechselndem Erfolg.

Neulich habe ich irgendwo in diesem Internet Lesebändchen entdeckt. Es handelt sich um schmale Bändchen, die ein selbstklebendes Ende haben, so dass man sie in jedes Buch hinten hinein kleben kann. Das hat dadurch ein unverschwindbares Lesebändchen und ich muss nicht mehr kurz vorm Einschlafen nach Tempos fahnden. Eigentlich eine ganz einfache Idee, muss man bloß erst mal drauf kommen. Seit ich Idee und Produkt kenne, klebe ich sie in die Bücher, die kein Bändchen haben. Ja, auch in Taschenbücher, gerade in Taschenbücher, die anderen haben ja meist schon eines.
Ein Leben ohne Lesebändchen ist möglich … aber ein kleines bisschen doofer als mit ist es doch.

Hallo Kleines

Hallo Kleines Blumen und Kerzen

Städte haben ihren eigenen Stil. Mir scheint, die sind da auch nicht anders als Mädels. Es gibt die blassen Rothaarigen mit einem Faible für zarte Grüntöne, die robusten Blondinen mit einer Vorliebe für Seidentops und Boyfriend-Jeans und natürlich die patenten Braunhaarigen, die so gerne Pink tragen. Bei Städten ist das irgendwie genauso: Was der einen Stadt steht, wirkt in der nächsten unpassend. In Frankfurt zum Beispiel mögen sie hochglanz-polierte Bars, in Köln Brauhäuser, in denen der Köbes regiert, und in Hamburg sind Cafés im skandinavisch angehauchten Shabby Schick ganz groß. Abgewetzter weißer Lack, ein paar lindgrüne und zartrosa Akzente auf verbeulten Emaille-Kannen und charmanten alten Porzellantellern – fertig ist die norddeutsche Variante von gemütlich.

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Zwischen Büchern

Mathilde mag ihre Bücher

Ich stecke zwischen zwei Geschichten. Im besten Fall lässt ein richtig gutes Buch einem eine ganze Welt im Kopf aufgehen. Wie der Autor das literarisch macht – da gibt es große Unterschiede. Manche Autoren stürzen mich als Leser kopfüber in eine fremde Szenerie, vielleicht die einer schwarzen Nacht, in der gerade ein fürchterliches Verbrechen stattgefunden hat.* Oder wir sitzen gemeinsam in einer sonnendurchtränkten Kirche, betrachten die farbenprächtigen Blumengebinde und warten auf eine Beerdigung.** Andere Erzähler ziehen mich in die Überlegungen des Protagonisten, so dass ich die neue Welt gleichsam aus seinem Kopf heraus erfahre. Mit ihm höre ich die Nachbarin ein Lied singen, spüre einen letzten Moment die Wärme der Bettdecke, bevor er aufstehen muss.*** Im Verlauf der Geschichte entfaltet sich diese Welt in immer neuen Details, ich wandere gedanklich durch fremde Räume, nehme fremde Gerüche wahr und gleite in die Beziehungen, Lieben und Verwerfungen der Figuren einer Geschichte. Und dann ist das Buch aus, vielleicht ist es ganz richtig so, eine letzte Verwicklung hat sich geklärt, weiter brauche ich den Protagonisten nicht zu folgen, vielleicht ist es mir zu plötzlich, ich wäre gerne noch ein bisschen länger geblieben. Egal, das Buch ist jedenfalls zu Ende, die letzte Seite ist gelesen, der letzte Satz. Und dann?

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Old Filth

Mathilde mag Old Filth

„The Benchers‘ luncheon-room at the Inner Temple. Light pours through the long windows upon polished table, silver, glass.“ So ein Roman-Anfang setzt den Takt und das Lebensgefühl für all das, was kommt. Jane Gardams Roman Old Filth entführt in die traditionsbewusste Welt der britischen Anwaltskammer: poliertes Holz, Silber(besteck) und Glas. Sofort habe ich ein Bild, eines in dem die ganze Welt des traditionsreichen Empires steckt. Einige Anwälte unterhalten sich beim Mittagsessen über einen der ihren. Sir Edward Feathers ist mit seinen maßgeschneiderte Anzügen und polierten Lederschuhen der Prototyp eines distinguierten Briten. Seinen beachtlichen Wohlstand hat er als Anwalt für Baurecht in Hongkong gemacht. Daher auch sein Spitzname Old Filth, was für, „failed in London, try Hongkong“ steht, wie uns die Autorin schon in der ersten Szene aus der kollegialen Plauderei der Anwälte beim Mittagessen heraushören lässt.

Zum Zeitpunkt des Mittagessens unter Anwälten des Londoner Anwaltskammer Inner Temple* ist Feathers bereits im Ruhestand. Nach

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Sachen lernen

Classes at Future Learn kl

Das Netz scheint im Januar voller guter Vorsätze für das Neue Jahr zu sein. Nur bei mir selbst haben sich irgendwie noch keine eingestellt. Jedenfalls keine neuen, ein paar Vorsätze aus dem alten Jahr habe ich noch auf dem Zettel. Nicht weil ich mich nicht darum gekümmert hätte, sondern weil alles länger dauert als gedacht. Meine Wohnung ausmisten zum Beispiel, habe ich im letzten Jahr voller Elan angefangen und ist noch lange nicht fertig. Aber ich bin immer noch auf einem guten Weg, ha.
Nachdem Aktenordner ausmisten das Leben irgendwie nicht sofort schöner und sinnvoller macht, brauche ich 2016 unbedingt noch ein paar Anstöße. Gerade jetzt im Winter kann darf das Leben nicht nur aus so einem selbstgebastelten Hamsterrad aus Job, Einkaufen, Fitnessstudio und Sofa bestehen. Wie toll, dass ich was Neues entdeckt habe.

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