Montagmögen am Dienstag

Dieses Jahr werden wir wieder zum Advent basteln. Aber so wie letztes Jahr wird unser Adventskranz nicht wieder aussehen.

Ein Lichtlein brennt …

Bis gestern fand ich es recht novembrig, so wie das muss, mit Blätter-matschigen Wegen, verfrühter Dunkelheit und Wetter, das eigentlich immer zum Wohnen einlädt. Bis der erste Adventskranz in meiner Timeline auftauchte. Anja hat auf Das Tuten der Schiffe ihre Upcycling Idee vorgestellt. Ich fühlte mich sofort an meine Studentenzeit in Münster erinnert. Eine ganze Weile haben wir zu fünft in einer großen ziemlich vernachlässigten Altbauwohnung gelebt. Aber immerhin: Hohe Decken und passend hohe Fenster hatten wir. Meine Mitbewohnerin Birgit hatte ihr Fenster mit lauter blauen und grünen alten Wasserflaschen dekoriert, die den Ausblick auf den schäbbigen Hinterhof ein bisschen verstellten. Vielleicht könnte ich so kleine bauchige Flaschen in grün finden, vier rote Kerzen drauf stecken, alle zusammen mit ein bisschen Tannengrün auf ein Tablett und tadaah, fertig ist der Vorfreude-Schmuck.

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Dienstag und die Vorfreude

Niemand kann wirklich in die Zukunft blicken. Allen anders lautenden Versprechungen zum Trotz. Es geht einfach nicht. Was aber geht, ist ein wenig vorzuplanen. Und dabei kann ich mir das Leben verschönern.

Viele Termine synchronisiere ich in den diversen elektronischen Multifunktionsgeräten. Je nach ihrer Primärfunktion entweder Mobiltelefon, Tablett-Rechner oder Rechner genannt. Eigentlich, fällt mir gerade beim Schreiben auf, eigentlich könnte man all unsere Handys, iPads und sonstigen Tablett-Computer auch MuFuGe nennen (in Erinnerung an den Wortschatz der untergegangenen DDR). Trotz oder vielleicht gerade wegen all der elektronischen Möglichkeiten ist es für mich ganz hilfreich, Pläne physisch vor mir zu sehen. So wie Musik gestaltete Zeit, sind Kalender geplante Zukunft. Geht super mit diesen Freebies von Juniqpaperworks und Shortstopdesign.

Und wer noch ein bisschen kurzfristiger mit der Zukunftsplanung anfangen möchte, der mache für nächsten Monat, ach was: in neun Tagen, einen Adventskalender nach dem Vorbild von TheHouseThatLarsBuilt (Wenn das mal nicht ein hübscher Blogname ist.)

Die Mögerei zum Wochenbeginn

Niemand wird behaupten, heute sei noch Montag. Aber Wochenanfang, ja das schon noch. Draußen regnet sich der November in alle erdenklichen Schattierungen von Grau. Umso dringender tut ein Licht am Ende des Tunnels not. So wie dieses hier, dass die britische Architektin Amanda Levete für den Museumsbau des MAAT gestaltet hat. Kommt man aus dem eher halbdunklen Vorraum des Museum of Art, Architecture and Technology in Lissabon empfängt einen an sonnigen Tages dieses Licht über dem Tejo. Schön, nicht?

Regen hat ja den Vorteil, dass wir alle wieder mehr Zeit zum Wohnen haben. Weiterlesen

Montag Mögen

Eine neue Woche, je nach Bundesland mit ein bis zwei Feiertagen verziert, steht an. Ein Grund mehr mich zu vorzufreuen. Seit einiger Zeit lese ich manchmal, was bei anderen Leuten schön war. Morgen haben wir den ganzen Tag Reformation, das ist eigentlich ein prima Tag um rauszufinden, was schön war: 1. In der Notaufnahme und 2. An der Kasse war es schön. 3. Habe ich die Anne auf ihrem Heimweg durch Köln begleitet, der auch schön war. Dabei fällt mir ein, in Köln hatte ich mich mal so ein Blogger Erlebnis. Wir sitzen im Café, nein draußen im Sonnenschein vorm Café, irgendwo in der Südstadt, wir trinken also unseren Cappuccino und eine fantasievoll bekleidete Frau geht vorbei. Sie bleibt bei einer Bekannten kurz stehen um zu plaudern, auf dem Kopf trägt sie so ein Pillbox-artiges Käppi, wie das fantasievoll bekleidete Damen manchmal tragen. Das ist die Variante der „freche-Frauen-Kurzhaar-Frisur“, die diejenigen tragen, die lieber in Kunstgalerien als Dekoläden gehen. Jedenfalls denke ich, die Frau kenne ich doch und durchsuche mein Gehirn nach der Verbindung. Es war dann aber mehr so eine Fan-zu-Star Verbindung. Ich kannte die Frau aus meinem Internet, Frau Smilla hatte sie mir vorgestellt.* Wo war ich stehengeblieben? Ach ja und 4., schön war es auch auf dem Land, beim Geschäftsessen, das hat man selbst da, wie ich höre.

Mit oder ohne Feiertag respektive Geschäft, haben Sie Spaß diese Woche.

  • * Leider schreibt sie schon lange viel zu selten, möchte ich hier anmerken, ohne das mit Forderungen zu verbinden, Frau Smilla, natürlich nicht. Aber schade ist es doch.
  • Poesie, Fortsetzung folgt

    Das erste kleine Schloss mit den Namen zweier Liebender drauf habe ich in Riga gesehen. Damals ich fand es irgendwie süß und ein bisschen kitschig: Zwei Menschen hatten ein kleines Schloss gekauft, sie hatten ihre Namen eingravieren lassen und es dann gemeinsam an einem Brückengeländer verschlossen. Später hatten sie den Mini-Schlüssel in den Fluss geworfen und vielleicht ein Glas Champagner aus Plastik-Kelchen darauf getrunken. So’ne Geste sieht auch ein wenig nach rosa lackierten Fingernägeln und Luftballons in Herzchenform aus. Ich schrieb es der osteuropäischen Melancholie zu, wir waren schließlich in Riga, sah vor meinem inneren Auge eines dieser Pärchen: Sie balanciert auf Stilettos durch’s Leben, ihre top-gepflegten Haare umrahmen ein aufwändig geschminktes Gesicht umrahmen, während er seine Muskeln in einem Addidas Trainingsanzug spazieren führt. Aber er hatte ihr zuliebe den Wodka gegen den Champagner getauscht und sie hatten sich eine Ewigkeit geschworen, das ist gar nicht so wenig. Dann aber habe ich dieselben bunten Schlösser in Kopenhagen gesehen. Diesmal eben nicht von Jelena und Boris, sondern von Jette und Björn, ein paar Städtereise später entdeckte ich Catherine und Jean-Marc, dann Steven und Mike, Patricia und Liam. Spätestens ab dann sahen die Dinger mehr nach Müll aus. All diese Brücken, die unter der Last der angesammelten Romantik zusammen zu brechen drohten. Uurhgh. Weiterlesen

    Florenz

    Fast das Erste, was ich in Stefanos schmucker Wohnung bemerke, ist der Küchenschrank über der Spüle. Von außen sieht er aus wie ein handelsüblicher Oberschrank einer Einbauküche. Öffnet man ihn, fällt auf: Der hat gar keinen Boden. So kann das frisch gespülte Geschirr darin trocknen. Die Beobachtung ist kein Zufallsfund. Mehr so ein Déja-vu-Moment. Als ich die Küche betrete, fällt mir ein, dass in der Küche von Guiseppes und Gianfrancos Eltern so ein Schrank hing. Damals fand ich das recht seltsam, später praktisch. Heute hängt deshalb über meiner Spüle ein Abtropfregal von Ikea, nicht ganz so elegant wie die italienische Lösung aber immerhin. Vielleicht ist es genau das, was Florenz und Norditalien ausmachen, dieses anstrengungslose, praktische Eleganz.

    Überall am Arno steht sie herum diese Eleganz. Weiterlesen

    Montagmorgen-Mögen

    Hey, diese Woche gibt es bei uns im Norden einen Anflug von Goldenem Herbst. Wenn das kein Grund zur Vorfreude ist, dann weiß ich auch nicht.

    Außerdem zeigt die Hamburger Kunsthalle seit vergangenem Freitag (dem 13. übrigens, was sich meiner unmaßgeblichen Meinung auch nach unverhofftem Glück anhört) Bilder von Horst Janssen.

    Cupcakes zum Herbst

    In der Dreierlei Liebe gibt es die Cupcakes zum Herbst mit reichlich Schokolade, genauso wie wir das jetzt – Sonnenschein hin oder her – brauchen können. Aber natürlich passt auch Wein in die papiernen Tassenküchlein.

    Dienstag und die Ergebnisse vom vergangenen Sonntag

    Manchmal muss ich die Dinge einen Augenblick sacken lassen. Deshalb gibt es diese Woche kein Montagmorgen-Mögen sondern einen Ausblick zum Dienstag. Das Wahlergebnis vom vergangenen Sonntag hat mich doch zu sehr geschockt.

    Seitdem habe ich wie so viele Andere auch nachgedacht, wie wir damit nun leben sollen. Eine erste Antwort scheint mir zu sein, die Demokratie (wieder) ernst zu nehmen und im übrigen nur sie. Menschen, die sich nicht an die Spielregeln der Demokratie halten, die zum Beispiel lügen oder hetzen, die sollten wir nicht ernst nehmen. Jedenfalls nicht so, dass wir jeder Behauptung, Provokation oder bewussten Täuschung* breiten Raum in unserer öffentlichen Wahrnehmung einräumen.

    Wir können viel besser anderen Dingen mehr Raum in unserem Leben geben. Zum Beispiel den vielen guten Initiativen für mehr Demokratie. Weiterlesen

    Montagmögen

    Pfahlbau an der Nordsee – Mathilde Magazin

    Und gute Aussichten

    Mag der Sturm auch zunehmend von achtern kommen. Ich vorfreue mich trotzdem. Alles nur eine Frage der Perspektive. Fährt man ein paar Tage an die Nordsee, hält den Kopf in den Wind und schaut in den Horizont ist Wetter, egal welches, meistens eine super Sache. Bei Regen an der Bushaltestelle sieht die Sache anders aus, zugegeben. Aber am Strand, egal ob das Meer gerade weg ist oder endlich wieder aufläuft, da schadet so ein bisschen Wind nicht.

    Bild: Ferienhaus auf Föhr Architektin Karin Matz Arkitekt

    Schon gar nicht, wenn man hinterher eine bezaubernde Unterkunft aufsuchen kann, vielleicht den Kamin befeuert, auf jeden Fall sich mit einer heißen Tasse Tee und einem Buch in eine warme Decke einkuscheln kann. Dann ist die Welt so in Ordnung, wie sie im Herbst nur sein kann.

    Bild: Ferienhaus auf Föhr Architektin Karin Matz Arkitekt

    Schauen Sie mal die hübschen friesischen Kacheln, die auf Föhr die moderne Stube erhellen.

    Oder die reduzierte Gemütlichkeit in diesem Haus, auch auf Föhr. Hach, ich seh alles schon vor mir: Rote Wangen vom Wind, glänzende Augen vom lange auf den Horizont gucken (äh, oder vom Rotwein), das extra-dicke Buch, die Gespräche dazwischen.

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