Bestens geklappt

Brompton – Mathilde Magazin

Als blutiger Anfänger kann man den Rat weiser Herren gut gebrauchen. Wie gut, dass wir gleich zu Anfang einen trafen. Klar, die Hamburger Fietsin und ich hatten uns rennfein gemacht: Jacketts rausgesucht plus farblich passende Lang- beziehungsweise Kurzbinder (hihi, so heißen Schlips und Fliege in korrektem Modesprech), Helme und Hosen. Natürlich hatten wir auch unsere Bromptons startklar gemacht. Das änderte aber natürlich gar nichts daran, dass wir keine Ahnung hatten, was auf uns zu zukommen würde. Wie ernst soll man ein Radrennen nehmen, das mit kleinen Klapprädern ausgetragen wird und dessen Dresscode, nun ja, doch recht speziell ist? „Es ist britisch“, erklärte uns der Herr im Zug nach Bremen. „Ein bisschen exzentrisch und albern in Shorts und Schlips, aber gleichzeitig total ernst.“

Den Ernst der Lage
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Schlendern im Süden

Mathilde Magazin in den kleinen Straßen Bordeauxs

„So ist das, später wird man in dieser Stadt gewohnt haben, wird durch die Straßen gegangen sein, wird sich am Ende der Fluchten befunden haben, wird die Gebäude und die Menschen kennen gelernt haben. Wenn man in dieser Stadt gelebt hat, wird man zehn, zwanzig, tausend Mal durch diese Straßen gegangen sein.“, denkt Xavier der Pariser Student aus der „L’Auberge Espagnole“, als er das erste Mal durch Barcelona läuft. Stimmt, am Anfang ist alles fremd, größer, großstädtischer, fremder, enger, kleingassiger. – Auch in Bordeaux. Ich stelle mir in fremden Städten oft vor, wie es wäre, hier zu leben. Wenn zum Beispiel diese Straßenecke mit dem runden vorgebeugten Balkon auf meinem täglichen Weg zur Arbeit läge. Wäre das nicht schön? Wahrscheinlich würde ich dann mit Karacho auf dem Fahrrad hier entlang flitzen, immer mit ein bisschen Schiss, dass es mich auf dem glatten Kopfsteinpflaster zerlegt, aber es wäre nun mal der kürzeste Weg.

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Freunde von Freunden

oder „la chambre d’amis“

Bordeaux am späten Abend

Bordeaux am späten Abend

Es ist ein bisschen so, wie der Besuch bei entfernten Bekannten. Man ist für ein, zwei Nächte bei Leuten zu Gast, die man kaum kennt. Ein Flur mit unbekannten Schuhen, Familienfotos und Dekoration, eine fremde Küche, in der man sich suchend umblickt, bevor man die Müslischalen entdeckt, andere Handtuchfarben im Badezimmer. Trotzdem darf ich das „chambre d’amis“ bewohnen. So etwa funktioniert Couchsurfing in der charmanten Version. Jedenfalls war mein „erstes Mal“ so. Dienstag Abend war ich in Bordeaux Stephanies Übernachtungsgast. Das deutsche Gästezimmer ist bei den Franzosen das „chambre d’amis“. Wie nett ist das denn bitte? Als Gast werde ich in das „Zimmer für Freunde“ gebeten. Ich weiß, ich weiß, alle Anderen haben längst Couchsurfing gemacht. Von den Studenten in meinem Umfeld bis zu meiner 72-jährigen Patentante – gefühlt jeder hat mir schon mal davon erzählt. Aber ich hatte keine Ahnung, worauf ich mich einließ, als ich die „Reservierungsanfrage“ abgesendet habe.

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Flüge buchen für Fortgeschrittene äh -gelaufene

Unser Cappuccino hatte es hübsch – Mathilde Magazin

Kaffeehauskunst à la Norden

Abwarten und … Kaffee trinken. Und ja, Kaffee brauche ich wirklich um erfolgreich einen Flug nach Bordeaux zu buchen. Ich weiß nicht, wie andere Leute das so machen. Aber mich macht es wahnsinnig. Zumindest raubt es mir meine Zeit. Es fängt mit einer unschuldigen Suche bei den gängigen Preisvergleichs-Sites an.

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Fahrrad fahren

Critical Mass - Mathilde Magazin

Fahrend oder parkend das Saxophon bleibt in Aktion.

Der beste Platz ist der zwischen dem DJ und den Boxen. Was ich vor Jahren in Landdiskos gelernt habe, gilt immer noch. Ich war Fahrradfahren. Eigentlich eine einfache Sache: Ich möchte von A nach B und nehme zumindest in der Stadt das Fahrrad. Normal. Aber normal ist wenig, wenn vielleicht 2000 Menschen das Normale gleichzeitig tun. Wir waren jedenfalls viele, die sich am Freitag Abend am Überseering Ecke Straßenbahnring im Hamburger Norden trafen. Mit fröhlichem Fahrrad-Geklingel, Seifenblasen und Musik ging es rund um die Innenstadt, am Rande der Schanze nach Ottensen, über die Reeperbahn, in die Innenstadt und weiter.
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Vom Wegfahren und Hierbleiben

Mathilde mag das Wasserhäuschen aus dem 19. Jahrhundert

Wegfahren wird völlig überbewertet, scheint mir. Jedenfalls solange das Wetter in Hamburg so gigantisch ist. Lauschige Plätzchen und überraschend grüne Ecken haben wir in der schönsten Stadt der Welt schließlich auch. Und die sind genauso unbekannt wie diese einsame Bucht in der Karibik. Jedenfalls für mich. Welcher Hamburger kennt schließlich Entenwerder?
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