Belohnungen

Mathilde mag Sonnenspaziergänge

Mit Belohnungen, vor allem solchen an sich selbst, ist es ja so, dass sie bloß im ersten, na gut, vielleicht auch noch im zweiten und dritten Moment eine echte Belohnung sind. Irgendwann gar nicht mal so viel später legt sich das Belohnungshafte wieder. Dann habe ich beispielsweise Bauchschmerzen, weil ein Liter Eiscreme doch nicht so gut tut, wie es sich erst anfühlte.

Dieses Jahr arbeite ich ganz fleißig gute Vorsätze ab, das macht mich besonders belohnungsbedürftig, wie mir scheint. Und da ist Eiscreme auf Dauer keine gute Lösung. Zumal das Zeug nicht mehr literweise zu verspeisen ja eigentlich auch und sowieso zu den guten Vorsätzen gehört hatte. Aber lassen wir das, Pläne und Regeln ohne Ausnahmen machen einen zum Terroristen und das kann ja auch keiner wollen.

Also habe ich über Belohnungen nachgedacht, die nicht so schädlich für mein physisches und psychisches Wohlbefinden sind. Hier meine zehn Belohnungen, die garantiert nicht mega-dick und bettel-arm machen.*

Zehn kleine Extra-Vergnügen

1. Ein kleiner Zwischendurch Schlummer mit Hörbuch auf den Ohren und Kuscheldecke. Muss nicht mittags stattfinden, falls man da gerade arbeitet und nun mal nicht kann. Das darf auch abends um viertel nach sieben sein oder vormittags. Denken Sie sich was aus, solange kein Chef oder Kunde sie beobachtet. Einzige Voraussetzung: Vorher muss das Leben anstrengend und doof gewesen sein.
2. Das Lieblingslied auf Lieblingslautstärke anhören und hüpfen, unbedingt hüpfen, sonst wirkt es nicht richtig. Glauben Sie mir, ich hab’s ausprobiert. Tanzen tut gut.
3. Einen Spaziergang machen, dabei das Handy „vergessen“ und mindestens fünf Leute anlächeln. Die lächeln meistens zurück (Spiegelneuronen oder so) Das funktioniert auch bei Nieselregen und fünf Grad. Obwohl bei Sonnenschein ist es natürlich trotzdem schöner, machen wir uns nix vor.
4. Einen Kaffee im Café trinken. Klar, kann ich mir auch eben einen Kaffee im Büro machen, sogar eine Latte Macchiato mit ordentlich Milchschaum. In meinem Viertel gibt es so viele tolle Café, in denen es ganz wunderbar duftet, die Cappuccino-Maschine herzerwärmend brummelt und lauter Leute zum Anschauen praktischerweise so herumsitzen. Wenn es ein besonders nettes Café ist, haben sie da auch Zeitschriften, die ich sonst nicht lesen würde.
5. Anderer Leute Wohnzimmer bestaunen. In Hamburg geht das übrigens ganz gut beim Fahren mit dem öffentlichen Nahverkehr. Alternativ funktionieren auch Pinterest und Instagram. Unbedingt nötig
6. Zum Friseur gehen. Okayokay, ein bisschen Geld kostet das schon, aber ich meinen einen ganz normalen Friseurbesuch, so wie neulich bei Yasemin. Danach fühle ich mich gleich wieder ein bisschen schöner und mehr wie ich selbst. Zumindest auf dem Kopf…

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7. Ein Lieblingsgedicht laut lesen. Am besten eines, das ein winziges bisschen heller in der Stimmung ist als die Startstimmung vorm Lesen.
8. Online nach den schönsten Fahrrädern schauen. Zum Beispiel diesem hier. Oder jenem.
9. Fußnägel rot lackieren. Es darf auch orange oder dunkelrot, blau oder türkis sein. Hauptsache, es ist gemütlich warm.
10. Einen Blog Artikel schreiben. Funktioniert nicht immer als Belohnung, manchmal aber schon. Zumal der eigene Blog (ähem, dieser hier zum Beispiel), anders als die branchenüblichen Redaktionskonferenzen oder Chefredakteure ja jedes Thema erlaubt, auf das man gerade Lust hat. Gut, nicht?

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