Kaffee

Kaffee in Lalibela - Mathilde mag das

„C-a-f-f-e-e, trink nicht so viel Kaffee! Nichts für Kinder ist der Türkentrank, schwächt die Nerven, macht dich blass und krank. Sei doch kein Muselman, der ihn nicht lassen kann!“ Ganz lange mochte ich Kaffee nicht. Noch mit 20 trank ich morgens lieber Kakao. Dabei riecht frischer Kaffee so unglaublich lecker. Ich konnte schon als Kind nicht verstehen, dass etwas, was so gut riecht, so bitter schmeckt. Irgendwann haben der Kaffee und ich uns aneinander gewöhnt. Wahrscheinlich funktioniert das so ähnlich wie die Sache mit dem Alkohol. Da braucht der Körper ja auch eine Weile bis er die Wirkung positiv auf den Geschmack überträgt.

In Äthiopien aber wurde ich bezaubert.
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Vom Abschiednehmen

Mathilde mag ihren alten Kasettenrekorder immer noch

Nein, meinen Kassettenrekorder brauche ich nicht. Überhaupt nicht. Was sollte ich mit einem alten Gerät aus der Steinzeit der Technik schon noch anfangen? Jetzt, wo wir alle iPhones, iPads oder Samsung Galaxys mit uns herum tragen. Und es ist ja auch viel toller, es passen viel mehr Songs, viel mehr Hörbücher in ein kleineres Ding. Es stört weniger beim Joggen, es plustert die Tasche nicht unnötig auf beim Reisen. Also alles toll. Aber irgendwie macht es mich trotzdem ein bisschen melancholisch. Niemand nimmt mir mehr eine Kassette mit „unseren Liedern“ auf, nie mehr werde ich das krächzende Rauschen mit meiner zu leisen Stimme drüber hören, die Spanisch Vokabeln aufsagt. Klar, es gibt für all das Ersatz, besseren sogar. Aber trotzdem…

Kirchenfenster

Äthiopische Kirchenfenster – Mathilde Magazin

Eigentlich braucht niemand eine Kirche. Für gewöhnlich kann man nicht drin wohnen, nicht dort schlafen und sie bietet auch keinen Platz zum Essen. Warum bauen Menschen also oft so große nutzlose Gebäude? Besonders wenn sie nicht viel haben, selbst in einfachen zugigen Hütten leben. Dann wäre ein gut isoliertes Wohnhaus erst einmal wichtiger, könnte man meinen. Das ist es aber offensichtlich nicht. Gerade relativ arme Menschen bringen gemeinsam viel Geld, Zeit und Mühe auf um einen heiligen Ort zu schaffen. So sind die großen Kathedralen im Mittelalter entstanden. Und so scheint es auch in Lalibela, im Norden Äthiopiens wichtig: Ein heiliger Ort, der ein besseres Leben und ein besseres Jenseits verspricht. Irgendwie rührt mich diese Mühe.

Busfahren

Busbahnhof in Gashena – Mathilde Magazin

Ich war nie Fahrschüler. Viele meiner Klassenkameraden mussten mit dem Bus zur Schule fahren. Ich nicht. Ätsch. Seitdem hat sich bei mir einiges geändert. Erstens zur Schule muss ich schon lange nicht mehr. Zweitens fahre ich heute meistens Fahrrad und manchmal Auto. Und wenn ich drittens doch mal Bus fahre, dann steht das Unterfangen unter dem Label Lokalkolorit. Gelegentlich kann es ja nicht schaden, den anderen Menschen in meiner Stadt zu begegnen – und nicht nur den eigenen Freunden und Verwandten. Wo ginge das direkter als im öffentlichen Nahverkehr?

In Äthiopien war das ein ganz anderer Schnack.
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Hautmalereien

Mathilde mag das Holzkreuz aus Lalibela

Tattoos gibt es nicht erst, seit jeder zweite Friseur Anker, Sternchen, chinesische Zeichen oder verschnörkelte Sinnsprüche auf der Haut zu Markte trägt. Ich vergesse das manchmal. Nein, es gibt Kulturen, da sollen die unter die Haut getriebenen Zeichen mehr bewirken als den Träger unverwechselbar machen. Sie sollen vor dem bösen Blick schützen, den Glauben bekräftigen oder Zugehörigkeit zeigen.
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Erinnerungen an den Winter

Mathilde mag den WInter in Hamburg

Ich finde den Winter wunderbar. Nein anders, ich finde es wundervoll, dass wir hier bei uns alle Jahreszeiten haben. Die Karibik ist toll, klar. Fand ich auch, als ich da war. Die Sonne scheint, das Wasser ist badewannenwarm, die Luft riecht nach Früchten. Aber Sommer für immer? Spontan dachte ich, och nö, lieber nicht. Lange vertrödelte Sommertage mit ihrem eigenen Duft aus Salz, Sonnencreme und Eis am Stil sind schön. Ich mag es aber auch, wenn am Ende des Sommers die Luft ganz unmerklich nach Herbst zu riechen beginnt, die Blätter wieder bunt werden. Ich liebe den Winter, wenn strahlend weißer Schnee in der Sonne blitzt und es so richtig krachend kalt ist. Dann kann man erstens ganz wunderbar zu Hause wohnen, eingekuschelt in eine gemütliche Decke, bei Kerzenschein dicke Romane lesen. Oder man geht rodeln, oder Ski Fahren, oder macht einen Spaziergang mit den Schneeschuhen. Ach, es gibt so viele tolle Möglichkeiten. Nur in Hamburg gerade gar nicht. Das war letztes Jahr noch ein ganz anderer Schnack.

Deshalb wird eines meiner Januar-Ereignisse ein Besuch im Winter sein.

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